Solar-Gigant

 

Bis zum Jahresende 2008 errichtet die rheinland-pfälzische Juwi Solar GmbH die weltweit größte Photovoltaikanlage in Waldpolenz nahe Leipzig, die in der letzen Ausbaustufe eine Leistung von 40 Megawatt haben wird. Die Anlage wird auf einer Fläche von 220 Hektar in den Gemeinden Brandis und Bennewitz auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens errichtet. Erste Kontakte für das gigantische Bauvorhaben wurden bereits 2005 geknüpft und zu Beginn des Jahres 2006 entschieden sich die Politiker der Gemeinderäte für das Angebot der Juwi-Solar GmbH. Neben der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen kann mit Solarstrom auch die Umwelt geschont werden. Nachdem das Genehmigungsverfahren eingeleitet wurde, konnte bereits Ende April vergangenen Jahres mit der Montage der Ersten von insgesamt 550.000 Solarmodulen begonnen werden. Bereits vier Monate später war der erste Bauabschnitt fertig gestellt und ging mit etwa sechs Megawatt an das Netz.

Bis jetzt wurden 385.000 Solarmodule montiert und verkabelt, dazu mussten 30.000 Pfosten in den Boden gebracht und mehr als 9.000 Aluminiumtische verschraubt werden. Schon heute lassen sich 24 Megawatt Solarstrom erzeugen und bis zum Jahresende werden 40 Megawatt erreicht. Mithilfe dieses gigantischen Solarkraftwerkes lassen sich dann jedes Jahr etwa 25.000 Tonnen CO² einsparen. Die Solarmodule kommen aus Frankfurt/Oder, wo schon im Juli des letzten Jahres der Hersteller First Solar seine Produktion, mit der 400 Arbeitsplätze geschaffen werden konnten, aufgenommen hat. Die speziellen Dünnschicht-Solarmodule bringen unter verschiedenen Klimabedingungen jeweils hohe Erträge an Energie. Diese Module haben außerdem einen hohen Temperaturkoeffizienten und ein sehr gutes Schwachlichtverhalten. Bei Erwärmung sind die Dünnschichtmodule gegenüber den kristallinen Modulen im Vorteil, weil sie diffuses Licht besser verarbeiten und durch Erwärmung nicht so viel Leistung verloren geht. Das bringt entsprechende Mehrerträge. Beim Bau der Solaranlage haben die Bauherren auf bewährte Kooperationen gesetzt, sodass sie sich bei den Wechselrichtersystemen für die Zentralwechselrichter der SMA Solar Technologie AG aus Hessen entschieden, dabei werden in einer Station zwei Wechselrichter eingebaut, von denen sich insgesamt 35 in einem Modulfeld befinden. Nachdem die Modulfelder an das Stromnetz angeschlossen wurden, wird der Strom über ein eigenes Umspannwerk in das Stromverteilernetz von Envia eingespeist.

In den weltweit größten Energiepark haben die Bauherren fast 130 Millionen Euro investiert. Die Finanzierung erfolgt sowohl mit Eigen- als auch mit Fremdkapital, fast 1.000 Kommanditisten haben sich über die SachsenFonds GmbH an dem Großprojekt beteiligt. Die Nutzungsdauer der Anlage ist vorerst auf 20 Jahre ausgelegt, es sind aber durchaus auch 40 Jahre drin, sagt ein Sprecher der Juwi-Solar GmbH. Heute liegt die Vergütung nach dem Gesetz für erneuerbare Energien in Abhängigkeit vom Inbetriebnahmedatum zwischen 33,18 und 37,96 Cent für jede Kilowattstunde. Das sind wettbewerbsfähige Preise. Es ist davon auszugehen, dass schon innerhalb weniger Jahre das Preisniveau von Solarstrom unter dem Tarif für Haushaltskunden liegen kann.

Ein weiteres Bauvorhaben, für das vor Kurzem der Startschuss fiel, befindet sich in Sachsen-Anhalt in der Nähe von Köthen auch auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens. Hier baut Juwi-Solar die nächste große Anlage. Das Gelände ist 56 Hektar groß und auf ihm werden später 175.000 Solarmodule stehen. Damit können dann jährlich weitere 13 Millionen Kilowattstunden Strom produziert werden. Mit Mengen in dieser Größenordnung können 4.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Einziger Wermutstropfen – die Vergütung für Solarstrom wird ab 2009 deutlich gesenkt, sodass die Solarparks schon ab 2010 nicht mehr wirtschaftlich sein werden, sagt der Geschäftsführer der Juwi Solar GmbH. Die Aktivitäten des Unternehmens werden sich dann in das Ausland außerhalb von Europa verlagern, was für den Klimaschutz in Deutschland negative Folgen hätte.